Studiogebäude SWR, Tübingen

  • Bauherr
    SWR Südwestrundfunk
  • Wettbewerb
    2021
  • BGF
    2.900 m²
  • BRI
    11.750 m³
  • Visu
    moka-studio GbR
  • Modell
    ModellArchitektur | Trixi Schulz

Der Neubau des SWR-Studios Tübingen ist in klarer architektonischer Formensprache als Kubus formuliert. Seine markante Auskragung nach Westen erzeugt eine deutliche Geste in Richtung Innenstadt. Die sensiblen Rücksprünge im 2. Obergeschoss reagieren auf den Maßstab und die Ausrichtung der Umgebungsbebauung. Durch seinen hohen architektonischen Wiedererkennungswert und seine ausstrahlende Fernwirkung stärkt der Neubau die Identität der Marke SWR bei Tag und bei Nacht.

Als Herzstück des Gebäudes bestimmt der Desk-Bereich maßgeblich das Grundrisslayout. Die Anordnung des Erschließungskerns im Norden des Gebäudes lässt im Zentrum einen großen, flexibel nutzbaren Raum entstehen - Büros und Studios legen dort an. Eingestellte Glaswände schaffen visuelle Raum-Verbindungen. Das Prinzip des gesamten 1. Obergeschosses funktioniert als Einheit, die sich individuell organisieren lässt. Die Selbstfahrerstudios befinden sich im Zentrum und sind ebenfalls visuell über eine Glaswand einsehbar.

Im 2. Obergeschoss ist die Studioleitung mit südorientierter Dachterrasse verortet - ebenfalls die Kreativbüros mit Aufenthaltsraum. Direkt angrenzend bietet die große, überdachte Loggia einen spektakulären Blick auf die Innenstadt von Tübingen. Dieser Bereich kann sowohl als Erweiterung der Aufenthaltsräume betrachtet werden als auch als Sendestandort für Bildaufzeichnungen mit unverwechselbarem SWR-Ambiente, kombiniert mit der Stadtsilhouette.

Nach Süden orientiert sich der Haupteingang des Gebäudes charaktervoll über einen Vorplatz mit Grün-Inseln und nachhaltig gestalteten Sitzmöglichkeiten. Der „Live-Point“ ist direkt vom Vorplatz aus einsehbar und vermittelt dem Besucher das Bild einer transparenten Medienwelt.

Ein atmosphärischer Konferenz- und Veranstaltungsbereich im Erdgeschoss bietet 60 Gästen Raum mit direktem Anschluss an das Foyer, integrierter Teeküche und Catering-Option sowie Terrassen-Bespielung.

Die Fassade des Neubaus nimmt die helle Farbigkeit der Umgebungsgebäude auf. Die ortsüblichen Putzoberflächen der Umgebung werden in helle Betonstein-Oberflächen übersetzt. Die Geschossigkeit ist über horizontale Bänder ablesbar. Vertikale Stützelemente und profilierte Außenwandelemente sorgen für ein elegantes Erscheinungsbild. Trotz seiner strengen Rasterung wirkt der Baukörper licht und offen - versinnbildlicht eine transparente, moderne Medienproduktion.

Der Vorplatz bietet unter den lichten Kronen von mehrstämmigem Ahorn sowie Elsbeere angenehme Aufenthaltsqualität und vermindert die Aufheizung an Sommertagen. Die Solitärgehölze sind vorwiegend in abgesenkten Pflanzbeeten angeordnet und können einen Teil des Oberflächenwassers der Belagsflächen aufnehmen. Vom Vorplatz wird mit einer Freitreppe eine Verbindung in das neue Baugebiet und den landschaftlich reizvollen Talraum geschaffen. Die Anbindung zum Wilhelm-Schussen-Weg erfolgt aufgrund des starken Gefälles über einen mäandrierenden Weg.

An den Wegekehren bieten Sitzmöglichkeiten verschiedene Blickwinkel in die umgebende Landschaft. Obstbäume säumen den Weg und inszenieren den Bezug zu den Obstbaumbeständen in der Umgebung.

„Ein hochtechnisierter Medien-Kubus in anspruchsvoller Topografie.“